Stefan Bösel · Steuerberater
Steuerberater für Grenzgänger Frankreich
Ich bin in Leutesheim aufgewachsen – einem Ortsteil von Kehl, direkt am Rhein, gegenüber von Straßburg. Die Grenze war alltäglich, die Lebenswirklichkeit der Menschen in dieser Region ist mir vertraut. Heute berate ich von Offenburg aus Mandanten, die genau in dieser Situation stecken: grenzüberschreitend tätig, zwei Steuersysteme, konkrete Fragen zur deutschen Steuerpflicht.
Steuerberater für Grenzgänger Deutschland–Frankreich
Ich berate Grenzgänger, die in Deutschland wohnen und in Frankreich arbeiten, sowie in Frankreich wohnende Mandanten mit Einkünften aus Deutschland. Ich erstelle Ihre deutsche Steuererklärung, prüfe Ihren Grenzgängerstatus und kläre Sonderfälle wie Immobilien auf beiden Seiten der Grenze. Die Zusammenarbeit läuft digital, die Kanzlei sitzt in Offenburg.
Grenzgänger Frankreich: Wo zahlen Sie Steuern?
Wer in Deutschland wohnt und in Frankreich als Arbeitnehmer tätig ist, wird als Grenzgänger im Wohnsitzstaat besteuert (Art. 13 Abs. 5 DBA-Frankreich). Frankreich verzichtet dann auf sein Besteuerungsrecht, Sie versteuern den Arbeitslohn ausschließlich in Deutschland. Voraussetzung ist, dass Sie im Grenzgebiet wohnen und arbeiten und in der Regel täglich an Ihren Wohnsitz zurückkehren.
Das deutsche Grenzgebiet umfasst Gemeinden, die höchstens 20 km von der Grenze entfernt liegen, das französische die Départements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle. Für in Frankreich wohnende Grenzgänger reicht die deutsche Grenzzone nach Angaben der Finanzverwaltung Baden-Württemberg bis 30 km. Wie viele Tage Sie nicht zurückkehren dürfen, ohne den Status zu verlieren, steht unten bei der 45-Tage-Regel.
Steuererklärung für Grenzgänger Frankreich
Als Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland geben Sie Ihre Einkommensteuererklärung in Deutschland ab und erfassen dort Ihren französischen Arbeitslohn. Was ich für Sie übernehme:
- die Einkommensteuererklärung mit Ihren Einkünften aus Frankreich
- die Prüfung, ob Sie weiterhin Grenzgänger sind (schädliche Tage, Dienstreisen außerhalb der Grenzzone)
- die Einordnung von Homeoffice-Tagen und Dienstreisen im Einzelfall
- Einkünfte aus Immobilien in Deutschland oder Frankreich
Die meisten Fälle lassen sich zwei Konstellationen zuordnen – Wohnsitz in Deutschland oder Wohnsitz in Frankreich. Suchen Sie unten Ihren Fall; Sie sehen sofort, welcher Staat besteuert und worauf es ankommt. Ist Ihre Situation nicht eindeutig, schildern Sie sie mir; ich ordne sie ein.
Wohnsitz Deutschland – Tätigkeit in Frankreich
Grenzgängerregelung
Wer in Deutschland im Grenzgebiet wohnt, im französischen Grenzgebiet arbeitet und normalerweise täglich an seinen Wohnsitz zurückkehrt, gilt als Grenzgänger im Sinne des DBA-Frankreich. Frankreich verzichtet insoweit auf das Besteuerungsrecht.
Grenzgebiet Deutschland: Gemeinden höchstens 20 km von der Grenze entfernt (amtliche Grenzgebietsliste).
Grenzgebiet Frankreich: die Departements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle.
45-Tage-Regel: Wann Sie den Grenzgängerstatus verlieren
Die Grenzgängereigenschaft bleibt erhalten, auch wenn nicht täglich zurückgekehrt wird – innerhalb dieser Grenzen: bei ganzjähriger Beschäftigung höchstens 45 schädliche Tage; bei unterjähriger Beschäftigung höchstens 20 % der Arbeitstage, nie mehr als 45.
Was zählt als schädlicher Tag?
Schädlich sind mehrtägige Dienstreisen außerhalb der Grenzzone sowie ganztägige eintägige Dienstreisen außerhalb der Zone. Nicht schädlich ist, wenn sich die Arbeitszeit eines Schicht- oder Nachtdienstmitarbeiters allein wegen Anfangszeit oder Dauer über mehr als einen Kalendertag erstreckt.
Vorübergehende Tätigkeit in Frankreich (183 Tage)
Wer in Deutschland wohnt und vorübergehend in Frankreich tätig ist, bleibt ausschließlich in Deutschland steuerpflichtig – auch ohne Grenzgängereigenschaft –, wenn alle drei Bedingungen kumulativ erfüllt sind:
- höchstens 183 Tage Aufenthalt in Frankreich im Steuerjahr
- Arbeitgeber nicht in Frankreich ansässig
- keine Tragung durch eine französische Betriebsstätte
Wohnsitz Frankreich – Arbeitsort Deutschland
Beschränkte Steuerpflicht
Wer in Frankreich wohnt und in Deutschland arbeitet, ist mit den deutschen Arbeitseinkünften in Deutschland beschränkt steuerpflichtig – sofern weder die Grenzgängerregelung (Abs. 5) noch die 183-Tage-Regelung (Abs. 4) greift. Der Arbeitgeber behält Lohnsteuer ein.
Kassenstaatsprinzip: Öffentlicher Dienst und Grenzgänger
Für Vergütungen aus einem deutschen öffentlichen Dienstverhältnis besteuert Deutschland als zahlender Staat – unabhängig von Wohnort, Tätigkeitsort und Aufenthaltsdauer. Betroffen sind nicht nur Beamte, sondern auch Beschäftigte bei Gemeinden, Landkreisen, Landesbehörden oder staatlichen Krankenhäusern.
Wohnsitz Frankreich – Immobilie in Deutschland
Immobilie in Deutschland, Wohnsitz Frankreich
Einkünfte aus einer in Deutschland belegenen Immobilie sind nach dem Belegenheitsprinzip Deutschland zugewiesen. Die in Frankreich ansässige Person ist insoweit in Deutschland beschränkt steuerpflichtig und zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.
Wohnsitz Deutschland – Immobilie in Frankreich
Immobilie in Frankreich, Wohnsitz Deutschland
Einkünfte aus einer in Frankreich belegenen Immobilie sind nach dem Belegenheitsprinzip Frankreich zugewiesen und dort zu versteuern. In Deutschland werden diese Einkünfte freigestellt.
Wer wird wo besteuert? Der Überblick nach Konstellationen
| Wohnsitz | Tätigkeit | Besteuerungsrecht | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Deutschland | Grenzgänger (≤ 45 schädl. Tage) | Deutschland | Art. 13 Abs. 5 |
| Deutschland | > 45 schädliche Tage | anteilig Frankreich (FR-Tage) | Art. 13 Abs. 1 |
| Deutschland | Kurzzeit FR (183 Tage, alle Bed.) | Deutschland ausschließlich | Art. 13 Abs. 4 |
| Frankreich | Arbeit Deutschland (kein Grenzgänger) | Deutschland (Tätigkeitsort) | beschr. StPfl. § 49 EStG |
| Frankreich | öffentlicher Dienst Deutschland | Deutschland (Kassenstaat) | Art. 14 |
| Frankreich | Immobilie in Deutschland (V+V) | Deutschland (Belegenheit) | beschr. StPfl. § 49 EStG |
| Deutschland | Immobilie in Frankreich (V+V) | Frankreich (Belegenheit) | Freistellung, kein Progr.-Vorbehalt (EU) |
Häufige Fragen zur Steuer für Grenzgänger Frankreich
Grenzgänger ist, wer im Grenzgebiet des einen Staates wohnt, im Grenzgebiet des anderen arbeitet und in der Regel täglich an den Wohnsitz zurückkehrt. Er wird im Wohnsitzstaat besteuert (Art. 13 Abs. 5 DBA-Frankreich).
Wenn Sie in Deutschland wohnen und als Grenzgänger in Frankreich arbeiten, versteuern Sie Ihren französischen Arbeitslohn in Deutschland und erfassen ihn in Ihrer deutschen Einkommensteuererklärung.
Bei ganzjähriger Beschäftigung höchstens 45 schädliche Tage, bei unterjähriger Beschäftigung höchstens 20 % der Arbeitstage, nie mehr als 45. Darüber entfällt die Grenzgängereigenschaft.
Homeoffice-Tage am deutschen Wohnsitz sind grundsätzlich keine Tage der Nichtrückkehr und regelmäßig nicht schädlich für die Grenzgängereigenschaft. Im Einzelfall sollte die konkrete Tätigkeit geprüft werden – insbesondere bei mobilen Arbeitsmodellen oder abweichenden bilateralen Verständigungsvereinbarungen, die in diesem Bereich fortlaufend weiterentwickelt werden.
Beschränkt Steuerpflichtige werden in Deutschland nur mit ihren inländischen Einkünften erfasst. Persönliche Abzüge – Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, Kinderfreibeträge – sind grundsätzlich ausgeschlossen. Auf Antrag kann eine Behandlung als fiktiv unbeschränkt Steuerpflichtiger nach § 1 Abs. 3 EStG beantragt werden. Voraussetzung: mindestens 90 % der Gesamteinkünfte unterliegen der deutschen Einkommensteuer, oder die ausländischen Einkünfte überschreiten den maßgeblichen Grundfreibetrag nicht. Ist eine der Bedingungen erfüllt, stehen die persönlichen Abzüge vollumfänglich zur Verfügung.
Werden mehr als 45 schädliche Arbeitstage überschritten, entfällt die Grenzgängereigenschaft. Die Besteuerung richtet sich dann nach Art. 13 Abs. 1 DBA-Frankreich. Frankreich erhält als Tätigkeitsstaat das primäre Besteuerungsrecht; Deutschland berücksichtigt die Einkünfte im Rahmen der deutschen Veranlagung nach den DBA-Regelungen. Eine laufende Dokumentation der Arbeitstage und Dienstreisen ist daher unerlässlich – insbesondere bei Außendienst oder Projektarbeit außerhalb der Grenzzone.
Nach Art. 14 DBA-Frankreich besteuert der zahlende Staat (Kassenstaat). Die Grenzgängerregelung gilt für diese Vergütungen nicht.
Die Vergütung richtet sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Für die jährliche Erklärung lässt sich vorab eine Honorarvereinbarung treffen. Was sinnvoll ist, klären wir, sobald ich den Umfang kenne.
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen.
Schildern Sie mir kurz Ihre Situation – ich melde mich persönlich und unverbindlich zurück.
